Wer sich mal ein Bild davon machen will, wie sich ein Opensourcler wie Miguel de Icaza auf einem Microsoft Event wie dem PDC2008, der Professional Developers Conference, schlägt, kann das gleich in Form eines
Videos von der Präsentation mit dem tiefgründigen Namen "Mono and .NET" tun. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der interaktiven C# Shell, die im Gegensatz zu der von MS angekündigten Variante schon jetzt und nicht erst 2012 verfügbar ist, dem breiten Einsatzgebiet von Mono, der hohen Individualisierungsgrade und der dramatischen Performanceverbesserungen durch SIMD Support. Dabei schneiden mehrere der Punkte auch das Thema embedded Systeme und Spielkonsolen, somit generell auch die Spieleentwicklung an (sollte man hier vielleicht erwähnen, da der Thread hier im Board zum C# Spieleentwicklungstutorial so häufig gelesen wird

).
Besonders hervorheben will ich hier mal die C# Shell, die sich auch in andere Managed Code Programme einklinken kann. Damit hat man eine Konsole mit Vollzugriff in einer fremden Anwendung, die dafür eigentlich gar nicht vorgesehen war. Miguel demonstriert das im Video mit einer Fotogalerie, die sich aus der Shell heraus abfragen und manipulieren lässt. Auf diesem Wege kann man also eigene Programme live debuggen oder auch fremde Programme mit neuen Funktionen oder Bugfixen versehen. Sieht wirklich spannend aus. Vor allem stellt es neue Möglichkeiten für Modder dar, die mit managed code geschriebenen Spiele auszunutzen. Und die Entwickler müssen sich hier eventuell einige Verrenkungen einfallen lassen, um Cheatern nicht zu sehr in die Hände zu spielen.
Auch sehr cool sind die SIMD Optimierungen. Wobei "Optimierungen" eigentlich schon zu viel versprochen sind, es wird nämlich lediglich Code an die dafür vorgesehenen Erweiterungen weitergereicht, etwa für Verktormathematik, aber noch keine echte Optimierung des eigentlichen Codes durchgeführt. Die Unterstützung dieser Funktionen steht noch in der Anfangsphase, aber bereits jetzt zeigen sich drastische Performancegewinne. Die Livedemo benötigt im Video über 48 Sekunden für die Arbeit, die die gleiche Applikation mit Hilfe der SIMD Nutzung in 1,6 Sekunden erledigt. Ein Geschwindigkeitsvorteil um den Faktor 30 rein durch eine Option für die Laufzeitumgebung, wenn auch der durchschnittliche Performancegewinn einer Anwendung im Mittel noch deutlich geringer ausfallen dürfte, wie die Slides in der Präsentation zeigen.
Shit, das wäre im Nachhinein betrachtet ein guter Artikel für einen Codeforum Blogeintrag gewesen...